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Rückschau der 63. Jahrestagung der Vereinigung

 

Die jährliche Tagung begann wie in den vergangenen Jahren auch mit dem inoffiziellen Teil bereits am Mittwoch mit Sitzungen bzw. in diesem Jahr mit Online-Treffen verschiedener Arbeitskreise. Am Mittwochnachmittag und -abend trafen sich 2021 die Arbeitskreise Digitale Transformation, Hochschulfinanzierung und Entbürokratisierung.
Die eigentliche Tagung wurde am 23. September durch die Mitgliederversammlung der Vereinigung eingeleitet, die wie der weitere Verlauf der Tagung erstmals online stattfand. Einem Bericht des Bundessprechers zu den Aktivitäten des Sprecherkreises folgte eine Vorstellung der an der Tagung teilnehmenden neu berufenen Kanzler*innen. Hierbei handelte es sich im Einzelnen um:

  • Hauptamtliche Vizepräsidentin für Finanzen und Personal Frau Irene Strebl, Technische Universität Clausthal
  • Kanzler Herr Arne Burda, Technische Universität Hamburg
  • Kanzlerin Frau Marion Steffen, Deutsche Sporthochschule Köln
  • Kanzlerin Frau Frauke Meyer, Universität Bremen
  • Kanzlerin Frau Dr. Nicole Kaiser, Universität Bayreuth
  • Kanzler Herr Dr. Thoralf Held, Philipps-Universität Marburg
  • Kanzler Herr Lars Oeverdieck, Technische Universität Berlin

Dieser Programmpunkt der Tagung erfolgte in der Vergangenheit in der Regel erst zum Ende des ersten Tagungstages. Der große Kreis an neuen Kanzler*innen, bedingt durch die Verschiebung der letztjährigen Tagung und Wechseln bei den Positionen der Kanzler*innen, hat diese Abweichung vom traditionellen Vorgehen notwendig gemacht.

Im nächsten Teil der Mitgliederversammlung stellten sich die Arbeitskreise den Mitgliedern der Vereinigung vor und präsentierten ihre geplanten Aktivitäten für das kommende Jahr. Im Anschluss folgten Wahlen der Leitungen derjenigen Arbeitskreise, deren dreijährige Amtszeiten zum Ende des Monats auslaufen werden. Der Sprecherkreis sprach sich dafür aus, die Amtszeiten von Frau Dr. Ulrike Graßnick, Leiterin Arbeitskreis Fortbildung, von Herr Dietmar, Smyrek, Leiter Arbeitskreis Digitale Transformation, von Herrn Dr. Matthias Kreysing, Leiter Arbeitskreis und von Herrn Dieter Kaufmann Leiter Arbeitskreis Hochschulmedizin um drei weitere Jahre zu verlängern. Die an der Mitgliederversammlung teilnehmenden Kanzler*bestätigten dies.

Neben den Leitungen der vier angesprochenen Arbeitskreise, waren auch Wahlen für die Positionen der bzw. des Bundessprecher*in sowie der Stellvertreter*innen erforderlich. Herr Dr. Roland Kischkel unterbreitete den Teilnehmer*innen als stellvertretender Bundessprecher den Vorschlag des Sprecherkreises, Dieter Kaufmann für weitere drei Jahre als Bundessprechers zu wählen. Die Teilnehmer*innen der Veranstaltung betätigten den Vorschlag. Der Bundessprecher Dieter Kaufmann sprach sich im Anschluss dafür aus, mit dem vorhandenen Stellvertreter*innen in eine weitere Amtszeit zu gehen. Die Teilnehmer*innen befürworteten diesen Vorschlag ebenfalls.

Im abschließenden Teil der Mitgliederversammlung lud Herr Stefan Lorenz die Kanzler*innen zur 64. Kanzlerjahrestagung an die Technische Universität Kaiserslautern ein. Die Tagung wird vom 22. bis 24. September 2022 stattfinden und sich mit dem Thema Change, Gesundheit und Leistungsfähigkeit im Digitalen Wandel auseinandersetzen.

 

Der Nachmittag des ersten Veranstaltungstages wurde mit der Verleihung des Preises für Wissenschaftsrecht durch Herrn Prof. Dr. Ulf Pallme König, Vorsitzender des Vereins zur Förderung des deutschen & internationalen Wissenschaftsrechts an Frau Prof. Dr. Laura Münkler, Universität Greifswald eingleitet. Die Laudatio hielt die letztmalige Preisträgerin Frau Prof. Margrit Seckelmann.

 

Die 63. Jahrestagung der Vereinigung der Kanzlerinnen und Kanzler der Universitäten Deutschlands wurde im Anschluss offiziell vom Gastgebenden Kanzler, Herrn Manfred Nettekoven eröffnet. Der Kanzler der RWTH erläuterte nochmals, dass durch die andauernde Pandemie ausschließlich das Thema Corona als Tagungsthema infrage kam. Aus seiner Sicht ist neben den Erkenntnissen aus den Panels und Diskussionen auch wichtig, festzuhalten, was im Rahmen der Tagung eben nicht beantwortet und besprochen werden konnte.

Der Bundessprecher der Vereinigung, Herr Dieter Kaufmann begrüßte als nächster die Teilnehmer*innen der Veranstaltung. In seiner Eröffnung legte er kurz dar, dass die Universität trotz der Erfolge bei der Ermöglichung der digitalen Lehre, den mitunter sehr kurzfristigen Umsetzungen von Verordnungen sowie Hygieneschutzmaßnahmen und der schnellen Umstellung auf ein verteiltes Arbeiten, vor enormen Herausforderungen stehen. Die Universitäten müssten in Zukunft noch agiler, noch digitaler und noch flexibler werden und weniger durch eine zunehmende Bürokratie in ihrer Unterstützung des Wissenschaftsbetriebs eingeschränkt werden.

Herr Prof. Dr. Dr. Ulrich Rüdiger begrüßte als Rektor der RWTH Aachen die Kanzler*innen ebenfalls zur Tagung und hob hervor, dass ein Onlineformat, wie es in diesem Jahr umgesetzt wurde, vor zwei Jahren für die Vereinigung sicherlich nicht denkbar gewesen wäre. Neben den von Herr Kaufmann angesprochenen Herausforderungen sieht er durch den enormen Schub, den die Digitalisierung an den Hochschulen in den vergangenen zwei Jahren erfahren hat, auch Chancen, Prozesse zu verschlanken, die Flexibilität der Hochschulen zu erhöhen und die Inklusivität zu steigern.

Frau Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen übersendete zur Begrüßung der Kanzler*innen eine Videobotschaft, in der sie die hohe Flexibilität der Hochschulen bei der Bewältigung der Aufgaben in Forschung und Lehre lobte. Das Tagungsthema sei klug gewählt, um den vorhandenen Schwung mitzunehmen und die richtigen Schlüsse für das zukünftige Miteinander an den Hochschulen zu ziehen.

Im weiteren Verlauf des Nachmittags wohnten die Teilnehmer*innen zwei Panels bei, die sich mit den Themen „Wissenschaft (in) der Pandemie – Wie Hochschulen die Gesellschaft verändern“ und „Forschung und Lehre (in) der Pandemie – Wie sich Hochschule und Wissenschaft bewähren müssen“ teil. Moderiert wurden beide Panels von Herrn Jan-Martin Wiarda. Während des ersten Panels diskutierten Herr Prof. Dr. Gernot Marx, Frau Dr. Carola Holzner sowie Herr Prof. Dr. Michael Dreher miteinander darüber, welchen Einfluss die Wissenschaft auf den Alltag der Menschen hatte und wie sich sowohl Wissenschaft als auch Wissenschaftskommunikation bei zukünftigen Krisen aufstellen müssen, um die Gesellschaft aktiver einzubinden und Ängste zu nehmen. Das zweite Panel, an dem Herr Dr. Rainer Lange, Herr Philipp Schmidt und Herr Dr. Malte Persike teilnahmen, beschäftigte sich mit dem Einfluss der Digitalisierung an den Hochschulen während der Pandemie sowie mit der Zukunft der Digitalisierung an den Hochschulen als auch damit, wie diese fortgeführt werden kann und fortgeführt werden muss.

Das Programm des zweiten Tages umfasste zwei Diskussionsrunden. Die Teilnehmer*innen nahmen virtuell an Diskussionen zur „Zentrale Rolle der Wissenschaft in der Pandemie“ und im „Ausblick – Was bleibt wie es früher war“ teil. Die erste der beiden Diskussionen wurde nochmals von Herrn Jan-Martin Wiarda geleitet und umfasste als weitere Beteiligte Frau Dr. Christina Reinhardt, Herrn Dr. Markus Zanner sowie Herrn Prof. Dr. Mathias Hornef. Die Beteiligten diskutierten die Rolle der Wissenschaft vor dem Hintergrund der Krise und ihres Einfluss auf die politischen Entscheidungen. Als Aspekte, die eine Bewältigung der Krise teilweise erheblich erschwert haben, wurden zudem die Rahmenbedingungen der Digitalisierung identifiziert und diskutiert.
Die abschließende Diskussion moderierte Herr Albert Berger. Neben ihm nahmen noch Frau Dr. Waltraud Kreutz-Gers, Frau Prof. Dr. Sabine Kunst und Frau Prof. Dr. Alena Buyx am Ausblick teil. Im Rahmen der Diskussion wurden Aspekte der Kommunikation diskutiert und zwar innerhalb und außerhalb der Hochschulen. Dabei wurde festgestellt, dass sich die Kommunikation zwar während der Krise verbessert hat, aber weiteres Verbesserungspotential nach wie vor vorhanden ist. Weiterhin wurde festgehalten, dass die Bürokratie, denen die Hochschulen ausgesetzt sind ein Ausmaß erreicht hat, das den Hochschulen und dem gesamten Hochschulstandort Deutschland in Zukunft schaden wird.

 

Wir möchten an dieser Stelle nochmals allen Beteiligten und Mitwirkenden des Programms und dem Organisationsteam der RWTH für die gelungene Veranstaltung danken. Die Vereinigung der Kanzlerinnen und Kanzler der Universität Deutschlands hat in diesem Jahr zum ersten Mal in Ihrer Geschichte eine Onlinetagung veranstaltet, die sehr professionell und reibungslos verlief. Die RWTH Aachen hat mit dieser Veranstaltung gezeigt, dass die Jahrestagung auch online ein Highlight des jährlichen Veranstaltungskalenders der Vereinigung ist.